Proton stellt die KI-Nutzung der Belegschaft auf den Prüfstand

29.10.2026 · Künstliche Intelligenz

Worum es geht

Proton, das Schweizer Unternehmen hinter Proton Mail und Proton VPN, lädt einen Teil der Belegschaft zu neuen Gesprächen über die eigene KI-Nutzung. Grundlage ist ein internes Schreiben vom 26.10.2026, das 404 Media öffentlich machte und das Proton anschliessend selbst auf Reddit publizierte. Die Gespräche laufen vom 04.11.2026 bis 11.11.2026; ihre Ergebnisse fliessen in eine breitere Überprüfung ein, die Rollen, Verantwortlichkeiten und die Weiterbeschäftigung betreffen kann. Proton bestreitet, KI als Vorwand für einen Stellenabbau zu nutzen, und verweist auf Fachkräftemangel und laufende Einstellungen.

Warum das für VR und GL relevant ist

KI-Fähigkeit wird hier zum Massstab für die Weiterbeschäftigung. Das berührt die Oberleitung und Oberaufsicht nach Art. 716a OR, weil ein solcher Umbau strategische und arbeitsrechtliche Folgen hat und zugleich die Reputation berührt. Für ein Unternehmen, dessen Marke auf Datenschutz und Distanz zu den grossen Tech-Konzernen beruht, wiegt dieser Spannungsbogen besonders. Mitarbeitende sollen konkrete Beispiele ihrer KI-Nutzung einbringen; damit gelangen Arbeitsinhalte in KI-Werkzeuge, deren Datenwege offenzulegen sind. Der Verwaltungsrat muss sich darauf stützen können, dass die Geschäftsleitung diese Datenwege und die Kriterien einer solchen Beurteilung nachweisen kann.

Fragen an die Geschäftsleitung

  1. Welche KI-Werkzeuge setzen unsere Mitarbeitenden heute mit welchen Unternehmens- und Kundendaten ein, und in welche Länder werden diese Daten dabei übermittelt?
  2. Würden wir KI-Kompetenz bei uns zum Kriterium für die Weiterbeschäftigung machen, und auf welcher dokumentierten und gleichbehandelnden Grundlage träfen wir diesen Entscheid?