Nur 4 von 10 Schweizer CIOs kennen ihre Software-Lieferkette wirklich

29.10.2026 · Künstliche Intelligenz

Worum es geht

Eine am 27.10.2026 veröffentlichte Befragung von Red Hat unter 1400 CIOs aus 14 Ländern zeigt für die Schweiz ein bemerkenswertes Muster. Alle befragten Schweizer CIOs geben an, autonome KI-Agenten produktiv zu betreiben; 95 Prozent halten diese für sicher und regelkonform. Laut Fussnote setzt sich dieser Wert aus 46 Prozent «sehr zuversichtlich» und 49 Prozent «ziemlich zuversichtlich, aber einige Lücken» zusammen.

Warum das für VR und GL relevant ist

Die Detailwerte messen andere Gegenstände und lassen sich mit der Zuversicht nicht direkt verrechnen; sie zeichnen aber ein nüchterneres Bild. 38 Prozent der Befragten geben an, ihre Open-Source-Lieferkette vollständig und laufend aktualisiert zu überblicken. 45 Prozent kennen ihre Datenflüsse genau. Bei den Anbieterrisiken sind es ebenfalls 49 Prozent, die ihre KI-Anbieter im laufenden Betrieb mit messbaren Kriterien bewerten. Das stärkste Signal liefert die Zuversicht selbst: Mehr als die Hälfte der Zuversichtlichen, 49 von 95 Prozentpunkten, räumt eigene Lücken ein. Beides berührt die Oberleitung und Oberaufsicht nach Art. 716a OR. Der Verwaltungsrat muss sich darauf stützen können, dass die Geschäftsleitung diese Transparenz nachweisen kann. Die Selbsteinschätzung der IT-Leitung genügt dafür nicht.

Fragen an die Geschäftsleitung

  1. Können wir für unsere produktiv genutzten KI-Agenten nachweisen, wo deren Daten gespeichert und verarbeitet werden, einschliesslich allfälliger Übermittlungen ins Ausland?
  2. Nach welchen Kriterien und in welchem Rhythmus prüfen wir die Risiken unserer KI-Anbieter nach dem Onboarding erneut?

Primärquelle: Umfrage von Red Hat zeigt blinde Flecken in den Software-Lieferketten Schweizer Unternehmen